Ursprung, Entwicklung und Zweck des Services
Einordnung des EXERGON Service-Modells: sozialer Ursprung, fachliche Entwicklung, strategische Abgrenzung und Zweck.
Das Service-Modell von EXERGON hat seinen Ursprung in einem sozialen Hilfsprojekt, das bereits im Jahr 2016 ins Leben gerufen wurde (ab 2019 auch in ausgewählten europäischen Ländern).
Dieses Projekt entstand unabhängig von der unternehmerischen Business-to-Business-Tätigkeit von EXERGON und hatte mit dem eigentlichen Kerngeschäft keinerlei wirtschaftliche Verbindung. Es handelte sich um ein reines Pro-Bono-Projekt, das ausschließlich aus sozialer Motivation heraus betrieben wurde.
Ziel war es von Beginn an, Menschen in Energieangelegenheiten zu unterstützen, die durch steigende Energiekosten in finanzielle Bedrängnis geraten waren – insbesondere Familien mit Kindern, für die Energiekosten eine existenzielle Belastung darstellen können.
Der Gedanke dahinter war bewusst einfach gehalten:
Ein Kind soll nicht in einem Haushalt aufwachsen müssen, in dem es regelmäßig friert oder nicht ausreichend Licht zum Lernen, Lesen oder Spielen vorhanden ist.
Der soziale Ursprung
Das Projekt wurde seit seiner Einführung vollständig unentgeltlich durchgeführt. Pro bono bedeutete in diesem Zusammenhang nicht nur Gebührenfreiheit, sondern auch den bewussten Verzicht auf jedes wirtschaftliche Eigeninteresse. Unterstützung sollte entlasten – nicht erklären müssen, nicht rechtfertigen, nicht weiter verkomplizieren.
Dieser Ansatz orientierte sich an traditionellen sozialen Prinzipien:
- Zakat beschreibt im islamischen Recht eine verpflichtende Form der Wohltätigkeit, bei der ein Teil des Vermögens strukturiert jenen zugutekommt, die Unterstützung benötigen.
- Sadaqa bezeichnet freiwillige, uneigennützige Hilfe – unabhängig von Anlass oder Umfang.
EXERGON knüpfte an diese Grundgedanken an: dort konsequent zu handeln, wo Belastungen real sind, ohne daraus ein Geschäftsmodell zu machen.
Was ursprünglich Menschen in akuter Not betraf, betrifft heute jedoch längst auch Haushalte, die nach außen stabil wirken – und dennoch Jahr für Jahr Kosten tragen, die sie nie bewusst gewählt haben.
Von der praktischen Hilfe zur strukturellen Erkenntnis
Im Zuge der praktischen Unterstützung zeigte sich rasch, dass hohe Energiekosten in den meisten Fällen nicht auf individuelles Fehlverhalten zurückzuführen sind. Weitaus häufiger entstehen sie durch strukturelle Faktoren des Energiemarktes: automatische Vertragsverlängerungen, intransparente Tarifmodelle, komplexe Abrechnungslogiken sowie laufend steigende marktbedingte Kostenbestandteile.
Hinzu kommen Angebotsformen, die schwer vergleichbar sind und deren tatsächliche Wirkung sich oft erst zeitverzögert zeigt. Für viele Verbraucher bleibt dabei unsichtbar, wie und warum Kosten entstehen – und noch unsichtbarer, dass sie fortlaufend wirken.
Im Rahmen mehrjähriger Analysen und Marktbeobachtungen des europäischen Energiemarktes sind EXERGON diese Muster immer wieder begegnet.
Grundlage der Tätigkeit bilden umfangreiche Markt-, Preis- und Strukturanalysen des österreichischen und deutschen Energiemarktes aus dem Zeitraum 2019 bis 2024 mit einem Gesamtumfang von über 500 Seiten.
Sie dienen dazu, Entscheidungen nicht aus Einzelinformationen, sondern aus einem strukturellen Gesamtbild heraus zu treffen.
Was dabei deutlich wurde: Solange diese Mechanismen unbeachtet bleiben, wirken sie weiter – unabhängig davon, ob man sich aktiv mit dem Thema beschäftigt oder nicht.
So entstehen Jahr für Jahr Mehrkosten, die faktisch hingenommen werden. Nicht, weil sie akzeptiert wurden, sondern weil ihr Zustandekommen kaum sichtbar ist.
Die zugrunde liegende Problemstellung
Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Energiepreis als solcher, sondern die Beobachtung, dass viele Haushalte dauerhaft Kosten tragen, die sie weder bewusst gewählt noch aktiv bestätigt haben.
Gleichzeitig ist der Aufwand, diese Mehrkosten selbst zu vermeiden, für viele Menschen unverhältnismäßig hoch. Die regelmäßige Auseinandersetzung mit Tarifen, Vertragsdetails, Fristen und Marktbewegungen stellt einen Aufwand dar, der wenig mit tatsächlicher Wahlfreiheit zu tun hat.
Was viele Menschen erwarten, ist nicht permanente Aktivität, sondern Entlastung – und die Sicherheit, dass im Hintergrund nichts unbemerkt gegen sie arbeitet.
Niemand würde sich bewusst dafür entscheiden, Jahr für Jahr mehr zu bezahlen, als notwendig ist. Genau hier liegt der Kern der Problematik: Diese Entscheidung wird in vielen Fällen unbewusst getroffen – durch Strukturen, nicht durch Absicht.
Entscheidung zur Öffnung des Modells ab 2026
Die Entwicklungen der letzten Jahre am europäischen Energiemarkt haben diese Erkenntnisse weiter verstärkt. Steigende Preise, zunehmende Komplexität und wachsende Intransparenz betreffen längst nicht mehr nur einzelne Gruppen, sondern breite Teile der Bevölkerung.
Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, das ursprünglich soziale Modell ab 2026 für alle zu öffnen. Nicht mehr abhängig von akuter Energiearmut, sondern getragen von der Einsicht, dass niemand dauerhaft zu viel bezahlen möchte – und sich gleichzeitig nicht gezwungen sehen sollte, dafür laufend Zeit, Aufmerksamkeit und Fachwissen in einen komplexen Markt zu investieren.
Fachliche Einordnung und klare Abgrenzung
EXERGON arbeitet als Energy Service Company (ESCO). Eine ESCO ist kein Tarifvermittler und kein Vergleichsportal, sondern ein unabhängiger Energieexperte, der Energiekosten strukturell analysiert und langfristig betrachtet.
EXERGON vermittelt keine Tarife, verkauft keine Energieverträge und vergleicht keine Anbieter. Der Fokus liegt ausschließlich auf der strukturellen Betrachtung von Energiekosten und der Reduktion unnötiger Mehrbelastungen.
Zweck des Services
Der Service richtet sich an Menschen, die nicht bereit sind, dauerhaft mehr zu bezahlen, als notwendig ist – und die diese Verantwortung nicht ständig selbst tragen möchten.
Nicht jeder möchte oder muss sich fortlaufend mit Tariflogiken, Vertragsdetails und Marktmechanismen beschäftigen. Entscheidend ist nicht, alles selbst zu kontrollieren, sondern zu wissen, dass es korrekt läuft.
Vor diesem Hintergrund ist der Service keine aktive Entscheidung für etwas Neues, sondern die Entscheidung, einen Zustand zu beenden, den niemand bewusst gewählt hat.
Selbstverständnis heute
Der Service ist kein klassisches Produkt, sondern das Ergebnis einer Entwicklung: von einem sozialen Hilfsprojekt über praktische Erfahrung hin zu einer Lösung für ein strukturelles Problem.
Er versteht sich als dauerhafte Entlastung in einem Markt, der für viele Menschen unnötig komplex geworden ist – und als sachliche Antwort auf die einfache Erkenntnis, dass niemand freiwillig Geld verschenkt.